Blog von Marit Meinhold – Episode 1

Ankommen

» Zum Ankommen gehört es, für alles einen Platz zu finden und sich an diese Plätze zu erinnern, ohne lange nachdenken zu müssen.

Wenn man in eine neue Wohnung zieht, gibt es viele Dinge neu herauszufinden. Manches merkt man gleich am Anfang, zum Beispiel wie praktisch es ist, in ein Haus mit Aufzug zu ziehen. Andere Entdeckungen ergeben sich erst nach und nach. Ich wohne jetzt seit knapp zwei Monaten im Tertianum und habe langsam das Gefühl, angekommen zu sein.

Dazu gehören ganz alltägliche Dinge, wie zu wissen, wie lang ich zum Bus brauche, so dass ich ihn gerade noch erwische. Auch wo ich jetzt am besten einkaufen oder spazieren gehe, habe ich zwischenzeitlich herausgefunden. Aber selbst, wenn der Alltag sich eingependelt hat und eine neue Routine entstanden ist, fühlt man sich noch nicht zwangsläufig zuhause. Dazu gehören die neuen Eindrücke, Gerüche und Geräusche, die erst zur Normalität werden müssen. Das Knacken des Dachfensters, wenn die Sonne darauf scheint. Die Straßenmusik von der Marktstätte, wenn das Fenster offen ist. Die Klingeltöne von Telefon und Haustür, die ich anfangs nicht auseinanderhalten konnte. Die Zeit, wenn die Sonne komplett in die Wohnung scheint und es selbst im November sommerlich warm scheint. Diese Dinge überraschen mich manchmal noch, aber sie werden zunehmend normal.

Zum Ankommen gehört es, für alles einen Platz zu finden und sich an diese Plätze zu erinnern, ohne lange nachdenken zu müssen. Dazu gehört es aber auch, den eigenen Platz im neuen Umfeld zu finden und die Menschen in seiner Umgebung kennenzulernen. Ich wusste bei meinem Einzug, dass mir viele neue Bekanntschaften bevorstanden und ich war deshalb durchaus auch nervös, weil ich nicht sicher war, wie ich aufgenommen werden würde. Nach dem turbulenten Umzug konnte ich zum Glück ganz allmählich die Fühler ausstrecken und nach und nach immer mehr Bewohner kennenlernen. Ich bin sehr froh, bisher ausschließlich freundlich begrüßt worden zu sein und so klischeehaft es klingt: Es sind viele kleine Dinge, die mich immer wieder zum Lächeln bringen, wie ein Winken über den Dachgarten hinweg, ungeplant regelmäßige Treffen am Fahrradtrainer oder ein Händedruck oder ein Gespräch im Aufzug oder auf dem Flur.

Diese Kleinigkeiten klingen vielleicht trivial für ein innovatives neues Projekt, das von vielen Seiten gespannt erwartet wurde und weiterhin gespannt beobachtet wird. Ich denke allerdings, dass es gerade die Kleinigkeiten sind, die den Alltag erhellen und die Grundlage dafür bilden, dass man das Gefühl hat zusammenzuleben und nicht nur nebeneinander zu existieren. «

Über das Projekt Student in Residence

Die Tertianum Premium Residences in Berlin, München und Konstanz folgen der Überzeugung „Das neue Alter ist alterslos“.

Diesem Grundsatz entsprechend initiiert Tertianum das Programm „Student in Residence“: Ab dem Wintersemester 2017/18 wohnt eine Studentin für die Dauer eines Jahres kostenfrei in einer Stadthaus-Wohnung der Tertianum Suites in Konstanz, inklusive 5-Sterne-Service. Im Gegenzug verbringt die Studentin 20 Stunden im Monat mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

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