Blog von Marit Meinhold – Episode 9

QiGong am See

» Ich muss gestehen, dass ich vor der Stunde dachte, es würde mir sehr leicht fallen, an dieser Stunde teilzunehmen, weil ich Erfahrung mit Yoga und Karate habe und mich der seniorengerechten QiGong-Stunde durchaus gewachsen fühlte.

Für den Juli haben wir uns noch einmal etwas Besonderes einfallen lassen, um zu zeigen, was Generationen verbinden kann: eine QiGong-Stunde direkt am Bodenseeufer im Seeburgpark in Kreuzlingen. Diese Stunde war für mich wahrscheinlich spannender als für die Bewohner, die daran teilnahmen, weil es für mich die erste QiGong-Stunde überhaupt war. Die anderen Teilnehmer haben hingegen schon viel Erfahrung und Übung, weil sie seit Jahren regelmäßig im Haus QiGong praktizieren. Die Kursleiterin Frau Stähli ist dementsprechend auch geübt darin, die Bewegungsabläufe in Variationen für verschiedene Fitnesslevels anzubieten und hat ihre „Schüler“ immer im Blick, um gegebenenfalls erklärend oder helfend einzugreifen.

Für die Dokumentation dieser Stunde fuhren wir ausnahmsweise an den See, um in der kühlen Morgenluft und der meditativen Ruhe am still daliegenden Wasser selbst zur Ruhe zu kommen. Ich merkte allerdings schnell, dass die Umgebung beim QiGong zwar ein schöner Zusatzeffekt ist, der Fokus aber auf der Selbstwahrnehmung liegt. Was bei Frau Stähli und auch bei den Bewohnern spielend einfach, leicht und fließend aussieht, erfordert als Anfänger viel Konzentration und Entspannung zur gleichen Zeit. Ganz bewusst müssen Gliedmaßen entspannt werden, während andere sich aktiv und gespannt bewegen. Diese Bewegungen beginnen aber erst richtig zu fließen, wenn sie in Einklang mit dem Atemrhythmus erfolgen, so dass auch der Energiefluss im Körper neu ausbalanciert wird. Es gibt also einiges, was man am Anfang – und auch mit mehr Übung – beachten muss. Obwohl mir beim QiGong nur angenehm warm wurde, ist es ein fordernder und anspruchsvoller Sport, auf den man sich körperlich und geistig ganz einlassen muss, um wirklich daran teilzunehmen. Die Herausforderung liegt gerade nicht darin, dass man ins Schwitzen gerät und möglichst schnell oder oft eine Bewegung wiederholt, sondern darin, es auszuhalten, etwas ganz langsam und bewusst zu tun und dabei verschiedene Körperteile in Balance und Harmonie zueinander zu bewegen.

Ich muss gestehen, dass ich vor der Stunde dachte, es würde mir sehr leicht fallen, an dieser Stunde teilzunehmen, weil ich Erfahrung mit Yoga und Karate habe und mich der seniorengerechten QiGong-Stunde durchaus gewachsen fühlte. Frau Stähli musste bei mir dann aber doch immer wieder Korrekturen vornehmen und mich daran erinnern, was gerade entspannt und was angespannt sein soll. Die Bewohner konnten dementsprechend die schöne Umgebung deutlich mehr in sich aufnehmen und genießen, weil ihnen die Bewegungen und Abläufe schon vertraut waren. Ich habe dabei gemerkt, dass es durchaus Sportarten gibt, die Alt und Jung gut zusammen betreiben können und dass vor allem Sportarten, in denen Achtsamkeit im Vordergrund steht, eine Bereicherung für jede Generation darstellen können, wenn man sich darauf einlässt. Ich war sehr froh und dankbar, dass Frau Stähli und die reguläre QiGong-Gruppe mich blutige Anfängerin haben mitmachen lassen, so dass ich dieses Mal wieder viel von der älteren Generation lernen konnte. «

Über das Projekt Student in Residence

Die Tertianum Premium Residences in Berlin, München und Konstanz folgen der Überzeugung „Das neue Alter ist alterslos“.

Diesem Grundsatz entsprechend initiiert Tertianum das Programm „Student in Residence“: Ab dem Wintersemester 2017/18 wohnt eine Studentin für die Dauer eines Jahres kostenfrei in einer Stadthaus-Wohnung der Tertianum Suites in Konstanz, inklusive 5-Sterne-Service. Im Gegenzug verbringt die Studentin 20 Stunden im Monat mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

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