12 Tipps für Stadtspaziergang durch München | Tertianum Group
Tertianum Rundgang durch München

12 Tipps für einen schönen Spaziergang durch das Münchener Glockenbachviertel und den Gärtnerplatz

Die Inhalte dieses Artikels sind in Zusammenarbeit mit dem Callwey-Verlag entstanden.

Das Deutsche Museum auf der Flussinsel der Isar wirkt eindrucksvoll und verzaubert.

Mit »Reisen kennt kein Alter« erschienen erstmalig kuratierte Reiseführer für Ältere, bei denen das Reisen im dritten Lebensabschnitt im Zentrum steht. Eine Veröffentlichung anlässlich des 20. Jubiläums der Tertianum Premium Residences und aus Überzeugung, dass es stets bereichernd ist, Neues zu entdecken – egal in welchem Alter. Nachfolgend finden Sie einen exklusiven Auszug aus »München – Reisen kennt kein Alter«. Anhand von 12 ausgewählten Tipps führen wir Sie durch das beliebte Glockenbachviertel und die Gegend rund um den Gärtnerplatz.

Willkommen in der Isarvorstadt

Das Glockenbachviertel und der Gärtnerplatz gehören offiziell zur Isarvorstadt. Die heute so beliebte und teure Vorstadt hat eine lange Geschichte, die eng mit den einst vielen Stadtbächen verbunden war. Entlang dieser Bäche entstand ein frühindustrielles Gebiet mit Mühlen und Fabriken. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die Isarvorstadt auch ein riesiges Hafenviertel mit zwei Floßländen. Hier legten zeitweise so viele Flöße an, dass München der größte Floßhafen Europas war. Hafen? Richtig: Da waren auch Rotlicht und Tingeltangel zu Hause. Später wurde die Isarvorstadt das Judenviertel. In der Nachkriegszeit entwickelte sich die Gegend mit ihren billigen Mieten, den Striplokalen und Hinterhöfen zum Eldorado der alternativen Szene, der Künstler und Schwulen. Rainer Werner Fassbinder und Freddie Mercury lebten hier. Das bunte Nachtleben machte in den letzten Jahren aus der Isarvorstadt Münchens Hotspot. Die Bäche und Mühlen gibt es längst nicht mehr und billig war gestern. Das Viertel gehört heute zu den teuersten Adressen in München.

Münchens einstiges Hafenviertel rings um Südfriedhof und Hans-Sachs-Straße

Wie kaum ein anderes Viertel hat das Glockenbachviertel in den letzten Jahren eine steile Karriere zur beliebten Wohngegend für Jung und Alt genommen. In den engen Straßen herrscht quirlige Gemütlichkeit, man findet viele charmante Läden, Cafés und Bars. Wir starten an dem winzigen, barocken Stephanskirchlein am Stephansplatz. Hier ist der Haupteingang zum Alten Südfriedhof. Er war einst der Zentralfriedhof, auf dem viele liegen nach denen Münchens Straßen benannt sind. Nach einem ausgiebigen Bummel durch die verwunschene Grünanlage mit den teils herrlichen Epitaphen kann man sich eine Stärkung in der schwer angesagten Aroma Kaffeebar (www.aromakaffeebar.com) gönnen. Neben Kaffee, Kuchen und kleinen Snacks gibt es einen integrierten Tante-Emma-Laden.

Genießen Sie einen Stop Ihres Spaziergangs durch München in der aroma Kaffeebar in der Pestalozzistraße

In der Aroma Kaffeebar in der Pestalozzistraße gibt es nicht nur tollen Kaffee.

Weiter geht es über den Holzplatz, wo eine brandneue Sehenswürdigkeit wartet: Das historische Pissoir aus dem Jahr 1900 wurde im Jahr 2020 durch eine Bürgerinitiative zum Gedenkort für drei berühmte Gast-Glockenbacher gestaltet. Streetartkünstler verewigten auf den Außenwänden Freddie Mercury, Rainer Werner Fassbinder und Albert Einstein. Köstlichste Schokoladen und Kaffeespezialitäten gibt es ein paar Schritte weiter bei der Chocolaterie Götterspeise (goetterspeise.info). Wir bummeln dann die Hans-Sachs-Straße entlang, die als eine der schönsten Straßenensembles der Stadt gilt. Die verspielten Gründerzeit- und Jugendstilfassaden wurden in den letzten Jahren aufwändig restauriert. Viele kleine originelle Läden locken zum Shoppen; wie z. B. Eisenblätter & Triska (www.eisenblaetter-triska.de), wo es exklusive und außergewöhnliche Hutkreationen der beiden Modistinnen Katrin Eisenblätter und Astrid Triska gibt. Ein paar Schritte weiter findet man bei Alva Morgaine (Hans- Sachs-Straße 9, alva-morgaine.de) eine wahre Wunderkammer an Unikaten und Kostbarkeiten, wie Original-Mode aus den 1920er-Jahren, ausgefallene Wohnaccessoires und verrückte Kuriositäten aus vergangenen Zeiten. Schräg gegenüber bei Alof (Hans- Sachs-Straße 12) kann man wieder eine kurze Pause einlegen. Die kleine Bäckerei ist bekannt für Frühstück und leckere Kuchen. Abends ist es in der Straße nicht minder interessant. Dann öffnen die vielen Bars. Und Sie können hier das Arena-Kino (www.arena-kino.de) besuchen. Das winzige Kino mit zwei Mini-Sälen existiert seit 1912 und ist bei Filmfans aller Altersstufen beliebt, weil hier Filmraritäten laufen, die es selten auf die große Leinwand schaffen. Vor oder nach dem Film finden Sie in der Hans-Sachs- Straße und den angrenzenden Straßen Speiselokale aus aller Herren Länder. Verhungern wird hier garantiert niemand.

Bei einem Stadtrundgang München auf eigene Faust entdecken - Fassade des Arena Kinos

Das Arena-Kino: ein Ort für ein ganz besonderes Filmerlebnis.

4 Kulturtipps für das Glockenbachviertel

Die Glockenbacher haben die Qual der Wahl, wenn es um Naturtanken geht: Die zwei Schritte runter zur Isar und ihren renaturierten Auen oder doch die zwei Schritte hinüber in den Alten Südfriedhof? Spaziergänger, Jogger, Sonnenanbeter, Zeittotschläger, Bärlauchpflückerinnen, Eichhörnchenzähler sowie Bademantelträger des benachbarten Krankenhauses tummeln sich hier zwischen zugewucherten Grabmalen und üppig blühenden Wildwiesen. Wer wo liegt, verraten Tafeln an den Friedhofseingängen. Raffiniert: Das Grabmal des Malers Carl Spitzweg hat die Form eines Apothekerfläschchens – eine Anspielung auf den bürgerlichen Beruf Spitzwegs.

Das Konzept vom Deutschen Museum war bei der Eröffnung 1925 revolutionär, inzwischen wird es von zahllosen Museen in aller Welt kopiert: Das Museum will einen enzyklopädischen Überblick über alle Bereiche der Technik und der Naturwissenschaften (außer Biologie und Medizin) geben. Alle Themen werden allgemeinverständlich aufbereitet und erklärt. Jedes Fachgebiet hat eine eigene Abteilung, in der sich der Besucher umfassend informieren kann. Originalapparate oder maßstabsgetreue Nachbauten und Modelle zeigen technische Vorgänge und lassen sich zum Teil vom Besucher selbst bedienen.

Luftbild des Deutschen Museums, auf der Flussinsel der Isar. Highlight bei einem Stadtrundgang durch München!

Das Deutsche Museum befindet sich auf der Flussinsel der Isar.

Die Bühne des Theaters im Fraunhofer bot schon immer und bietet auch weiterhin Nachwuchskünstlern eine Plattform. Die gemütlich-bayrisch eingerichtete Gastwirtschaft selbst existiert schon seit 1774. Sie ist das ausgelagerte Wohnzimmer für viele Isarvorstädter, Studenten und Kreative.

Beppi Bachmaier, Wirt des Fraunhofer, betreibt seit 1974 eine erfolgreiche Kleinkunstbühne in seinem Haus. Dabei werden ganz bewusst auch Mundart und das Volkstheater abseits des üblichen Bayerngetümmels gepflegt.

Und zum Abschluss noch ein Geheimtipp von Prof. Hans-Jürgen Drescher

Seit 2014 bekleidet er das Amt des Präsidenten der Theaterakademie August Everding im Münchner Prinzregententheater und leitet darüber hinaus dort den Master-Studiengang Dramaturgie. Nach Stationen in Marburg, Berlin, Frankfurt und Mannheim kennt er nun auch Münchens besondere Plätze. Er beantwortet die Frage, was München von anderen deutschen Metropolen unterscheidet, wie folgt:

“München zeichnet sich durch die Vielzahl an staatlichen und städtischen Theatern aus. Neben der Bayerischen Staatsoper, dem Residenztheater, dem Gärtnerplatztheater und dem Prinzregententheater mit der Theaterakademie August Everding, sind hier die städtischen Kammerspiele, das Volkstheater, das Deutsche Theater, die Schauburg, aber auch Spielstätten wie der Gasteig und die große freie Szene zu nennen. Vor allem zeichnet die Münchner Bühnen ihre Vielgestaltigkeit aus. Sie sind Inbild einer pluralistischen Gesellschaft, stehen für Liberalität und Freiheit der Kunst.”

Stadtrundgang durch München: Imposanter Innenraum des Gärtnerplatztheaters in München

Eine eindrucksvolle Kulisse empfängt die Besucher im Gärtnerplatztheater.

Für Sie zum Nachlaufen: Der Tertianum Rundgang durch München als Karte
  • 1
    Stephanskirche, Stephansplatz
  • 2
    Alter Südfriedhof
  • 3
    Café Aroma, Pestalozzistraße 24
  • 4
    Chocolaterie Götterspeise, Jahnstraße 30
  • 5
    Eisenblätter & Triska, Hans-Sachs-Straße 13
  • 6
    Frauenhofer, Fraunhoferstraße 9
  • 7
    Arena-Kino, Hans-Sachs-Straße 7
  • 8
    The Flushing Meadows, Fraunhoferstraße 32
  • 9
    Hannes Roether, Reichenbachstraße 40
  • 10
    Gärtnerplatztheater, Gärtnerplatz 3
  • 11
    Krimibuchhandlung Glatteis, Corneliusstraße 31
  • 12
    Deutsches Museum, Museumsinsel
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… dass der Karlsplatz als einziger Platz Münchens zwei Namen trägt? Karlsplatz? Sagt kein Münchner. Wo ist der denn? Ah, Sie meinen den Stachus! Der Name geht auf den Wirt Eustachius (Spitzname: Stachus) Föderl zurück, der im 18. Jh. vor dem Karlstor eine beliebte Wirtschaft betrieb. Und weil die Münchner den Kurfürsten Karl Theodor, nach dem der Karlsplatz offiziell benannt wurde, nicht leiden konnten, blieben sie bis heute bei: Stachus.

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